Hoffmann und Campe
 Hamburg 1998
 ISBN: 3455112625

 Taschenbuchausgabe:
 Propyläen
 München 2000
 ISBN: 3612267094

Nicht ungeschoren davonkommen – Das Schicksal der Frauen in den besetzten Ländern, die Wehrmachtssoldaten liebten

Nahezu jeder kennt das berühmte Bild, das Robert Capa im Sommer 1944 im befreiten Frankreich machte: Es zeigt eine geschorene junge Frau, die mit einem Baby im Arm durch eine offenbar erregte Menschenmenge getrieben wird. Wie sie, wurden bei Kriegsende in ganz Europa die Frauen, die mit deutschen Wehrmachtssoldaten eine Beziehung hatten, als »Deutschenflittchen« beschimpft, oft wurden sie auch bestraft, obwohl sie mit dem, was sie getan hatten, gegen keine geltenden Gesetz verstoßen hatten. Für die betroffenen Frauen hörte der Krieg nie auf, denn sie blieben in ihren Heimatländern verfemt. Sie bezahlten den Preis für einen Flirt, eine Verliebtheit, eine Lebensliebe, an die auch die deutschen Männer oft ein Leben insgeheim zurückdachten. Aber in Deutschland weiß man gar nichts über sie.

Geschrieben habe ich das Buch erst etwa zehn Jahre, nachdem mir die Idee dazu kam. Ich habe so lange gezögert, weil ich fand, daß mir die Voraussetzungen dazu fehlten: Schließlich bin ich weder Historikerin noch Soziologin oder Psychologin. Aber es empörte mich, daß sich die deutsche Geschichtsschreibung, auch die Feministinnen unter den Historikerinnen, dieses vermeintlich »privaten« Aspekts des nationalsozialistischen Krieges nicht annahm. Der Kragen platzte mir bei einer Kritik von Helke Sanders Film BeFreier und Befreite, in dem die Filmemacherin die Frage nach solchen Beziehungen aufwarf. Eine deutsche Filmtheoretikerin kanzelte den Film ab: »Die Vorstellung von den massenhaften Zeugungs- und Geburtsvorgängen als Subgeschichte des zweiten Weltkriegs bekommt ihre makabren Seiten, wenn sie auf dem Hintergrund des erweiterten Szenarios millionenfacher Vernichtung und Tötung gesehen wird.« Einem solchen stalinistischen Denkverbot mochte ich nicht gehorchen.

1999 erschien das Buch unter dem Titel Det skal de ikke slippe godt fra auf Dänisch. Der Verlag war Schønberg (Kopenhagen) die Übersetzung besorgte Anette Petersen

2009 – also über zehn Jahre nach dem deutschen Erscheinen – brachte der norwegische Verlag Oktober das Buch in der Übersetzung von Erik Krogstad heraus. Es wurde in Norwegen breit und sehr positiv rezensiert.

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